Japan: Wirtschaftswachstum dank Kulturexport?

Die japanische Popkultur stellt ein wichtiges Exportgut für das Land dar. Den Auslandsmarkt für Videospiele, Manga und Anime könne man innerhalb eines Jahrzehnts noch um das Vierfache vergrößern, hofft die japanische Regierung.

Manga- und Anime-Produktionen sowie die international bekannten Spiele-Franchises seien ein Wachstumsmotor, der mit Stahl und Halbleitern vergleichbar sei. So steht es in der überarbeiteten “Cool Japan”-Strategie, welche die japanische Regierung jetzt veröffentlicht hat. Wie “The Japan Times” berichtet, soll der Exporte der Kulturgüter bis 2033 auf 20 Billionen Yen (fast 120 Milliarden Euro) gesteigert werden.

Zum Vergleich: Im Jahr 2022 konnten japanische Unternehmen aus dem Bereich Spiele, Anime und Manga 4,7 Billionen Yen (etwa 27 Milliarden Euro) im Ausland umsetzen. Nach Angaben der japanischen Regierung kommt der Kulturexport damit schon langsam an den Export von Mikrochips (5,7 Billionen Yen) heran.

Anime und Manga tragen stark dazu bei, junges Publikum für Japan zu interessieren. Das spiegelt sich nicht zuletzt auch im Tourismus wider, der nach der Corona-Krise deutlich angezogen hat. Das aufkeimende Phänomen der “Vtuber” – virtuell animierte YouTuber, die Videospiele spielen -, trage ebenfalls dazu bei, Japans internationale “Soft Power” zu stärken, heißt es laut “The Japan Times” in der Regierungs-Strategie. Diese sieht vor, das Wirtschafts-Wachstum auf Branchen wie Mode, Kosmetik und Tourismus ausdehnen zu können.

Gleichzeitg soll härter gegen Piraterie-Websites vorgegangen werden, die Anime und Manga illegal und kostenlos in fremden Sprachen verbreiten. “”Eine Verschärfung der Maßnahmen gegen Piraterie-Websites ist für die Ausweitung des globalen Marktes unerlässlich”, heißt es in dem Bericht, der davor warnt, ein Teil der Werbeeinnahmen könne an kriminelle Syndikate fließen.